Nicola Hauser

 

 

Tagebuch einer langen Reise

Montag 16.07.07 

Heute geht’s los mit der Delfin-Therapie! Gespannt fahren wir, d.h. Nicola, sein Bruder Duane, mein Mann Markus und ich um 08.00 Uhr zum Info-Gespräch bei Delfin-Care. Im Vojer werden wir von Peter ganz herzlich begrüsst. Nach und nach treffen auch andere Familien ein. Auch die Praktikantinnen und Therapeuten stossen zu uns, begrüssen alle, stellen sich vor  und wechseln mit jedem ein paar Worte. Ich verstehe meistens nur „Bahnhof“. Trotzdem fühle ich mich in dieser Umgebung sofort wohl! Nicola interessiert sich vor allem für die vielen Aquarien, die sich im Empfangsraum befinden. Schliesslich kommt Deena, die Chefin von Delfin-Care mit ihrem Hund Honey. Honey steckt derzeit noch in der Ausbildung zum Therapiehund. Nicola und Duane weichen ihm nicht von der Seite, bis wir alle zum Info-Gespräch in den Schulungsraum gerufen werden. Dort stellen sich erst einmal die Therapeuten und Praktikantinnen vor. Eine davon, Elena, ist Schweizerin und amtet von heute an als unsere Übersetzerin, Heilpädagogin und gute Seele. Nicola’s Therapeut heisst Eli (sprich: Ilei), ist aufgeschlossen, fröhlich, unkompliziert, immer für einen Spass aufgelegt und begierig deutsch zu lernen! Anfangs werden wir für die Morgentherapie eingeteilt. Später werden wir gefragt, ob es uns etwas ausmacht auf den Nachmittag zu wechseln. Grund: Ein Kind kann am Nachmittag wegen medizinischen Massnahmen nicht an der Therapie teilnehmen. Also beginnt unsere Therapie jeweils um ca.14.10 Uhr und endet etwa um 16.00 Uhr. Wir bleiben an diesem ersten Tag noch etwas da und schauen den Anderen beim Schwimmen zu. Immer wieder ist Elena zur Stelle und erklärt uns alles. Dann fahren wir erst einmal zum Mittagessen nach Hause. Am Nachmittag sind wir bereits um 13.45 Uhr wieder im Delfin-Care. Nicola bekommt eine Schwimmweste angepasst und bald darauf geht’s zu  Delfin Fiji. Nicola, Therapeut Eli, Praktikantin Elena, unser Sohn Duane, der Delfintrainer Art und ich begeben uns auf die Plattform am Delfinbecken. Mein Mann Markus macht Photos von draussen. Nicola und sein Bruder Duane sowie Therapeut Eli setzen sich ganz vorne an den Rand der Plattform und halten die Beine in das Wasser. Der Delfintrainer Art schickt nun Delfin Fiji zur Begrüssung ganz langsam an den ausgestreckten Füssen der Jungs vorbei. Ihre Füsse streichen am Körper von Fiji entlang. Therapeut Eli geht nun ins Wasser und fragt Nicola ob er auch zu ihm und Fiji ins Wasser kommen möchte? Nicola nickt, streckt Therapeut Eli die Arme entgegen und lässt sich, schneller als von uns erwartet, ins Becken gleiten! Etwas skeptisch blickt uns Nicola schon noch an. Ich habe jedoch das Gefühl, es liegt nur an der Schwimmweste, die ihn natürlich nicht so stark über Wasser hält wie seine gewohnten Schwimmflügel! Therapeut Eli lässt sich von Assistentin Elena einen Ball geben. Damit spielt Nicola und Eli jetzt mit dem Delfin Fiji. Eli hält Nicola vor sich und Nicola hält den Ball. Jetzt schickt Delfintrainer Art den Delfin zu ihnen. Er soll die beiden mit der Schnauze am Ball weiter weg von der Plattform schieben, was Fiji mit viel Feingefühl auch tut. Nicola findet es cool und strahlt übers ganze Gesicht! Immer wieder ruft Therapeut Eli der Assistentin Elena in englischer Sprache Anweisungen zur Übersetzung ins Deutsche zu. Das ermöglicht Eli die Anweisungen in deutscher Sprache an Nicola weiter zu geben. Beispielsweise: „Soll Fiji uns eine Ente oder eine Schildkröte bringen?“. Das klappt auch nach einer Weile! Weiter lassen sie sich von Fiji einen grossen Reifen bringen, halten ihn zusammen hoch und Fiji springt mehrere male hindurch. Es werden noch weitere Spiele gemeinsam mit Fiji gemacht. Zum Schluss  schickt der Delfintrainer Art den Delfin Fiji los, um die beiden wieder zur Plattform zurück zu holen. Nicola darf sich an der Rückenflosse festhalten und wird vom Delfin abgeschleppt! Nicola hat das alles sichtlich Spass gemacht. Die anderen Kinder und ihre Delfine sowie der Seehund Wono lenken Nicola noch all zu sehr ab. Ist ja auch alles noch so neu und es gibt so viel zu sehen. Unsere kleine Wundernase könnte ja etwas Spannendes verpassen! Nach dem schwimmen geht’s dann unter die Dusche. Danach treffen wir uns alle im Klassenraum wieder. Die beiden Jungs dürfen sich einen Delfin oder eine Schildkröte aus Holz aussuchen. Duane wählt den Delfin und Nicola die Schildkröte. Diese dürfen sie jetzt mit Farbe anmalen. Nicola sitzt zwischen Therapeut Eli und Assistentin Elena. Er darf zwischen zwei Farben auswählen. Die gewählte Farbe wird in grosser Menge, aus der Flasche auf die Schildkröte gedrückt aber noch nicht verteilt. In der Folge gibt Therapeut Eli die Nicola eine Rasierpinsel, mit dem er die Farbe verstreichen kann; was er auch sehr schwungvoll tut. Eli zählt laut sechs Pinselstriche und schiebt dann die Schildkröte und den Pinsel zur Seite. Er holt jetzt ein rosafarbenes Schweinchen aus Plastik und einen Ball aus Gummi unter dem Tisch hervor.

Nicola soll sich nun entscheiden womit er spielen möchte. Er wählt den Ball. Das Schweinchen verschwindet wieder unter dem Tisch. Nicola bekommt den Ball in die Hand und es stellt sich heraus, dass man diesen durch Betätigung eines Schalters zum Zappeln bringen kann. Schon zappelt er in Nicki’s Hand umher. Alle sind am lachen, weil es so lustig aussieht. Am meisten freut sich Nicola! Nach kurzer Zeit lässt man den Ball wieder unter dem Tisch verschwinden und weiter geht’s mit malen. Wieder wird mit sechs Pinselstrichen die Farbe verteilt, wobei Eli immer laut mitzählt. Danach wird das Gemälde abermals entfernt und Nicki muss sich wieder zwischen dem Schweinchen und dem Ball entscheiden? Nicki wählt jetzt das Schweinchen. Eli drückt hinten am Schwänzchen und plötzlich kommen ganz viele Seifenblasen aus dem Mund des Schweinchens. Nicola staunt, lacht und versucht die Blasen zu erwischen. Das Schweinchen wird wieder entfernt und es folgt wieder das Malen mit sechs Pinselstrichen. So geht es weiter bis eine Seite der Schildkröte fertig bemalt ist. Zum Abschluss des ersten Tages darf  Nicola noch ans Keyboard und ans Mikrofon. Eli und Nicola singen Happy Birthday  für Fiji, der letzte Woche Geburtstag hatte. „Nudelfertig“ aber zufrieden machen wir uns um 16.00 Uhr auf den Heimweg. Sollen wir auswärts oder zu Hause essen? Wir entschliessen uns für das Speiselokal Hobo’s. Das Essen war wirklich super lecker! Danach sind wir alle richtig schön schläfrig und gehen früh ins Bett! Gute Nacht 


Dienstag 17.07.07 

Es ist 08.00 Uhr und wir sind wach. Jetzt gibt es erst einmal ein richtiges Frühstück mit Eiern und allem was sonst so dazu gehört! Die Jungs möchten in den Pool vor unserer Unterkunft. Das Wasser ist am Morgen etwas kühler, aber immer noch sehr warm. Trotzdem geniessen wir das morgendliche Bad. Zurück im Appartement packen wir unsere Sachen und fahren zu IDC (Island Delfin Care). Eli und Nicola gehen mit Fiji schwimmen. Duane und ich sind wieder auf der Plattform dabei. Heute kann sich Nicola etwas besser auf Eli und Fiji konzentrieren, schaut jedoch immer noch oft zu den anderen Kindern hinüber, wenn er „seinen“ Delfin nicht mehr sieht. Es werden weitere Spiele mit Fiji gemacht, mit Plastikente, Springstange, abschleppen usw. Zum Schluss Duschen und dann in den Klassenraum. Dort kommt jetzt die Rückseite der Schildkröte dran. Nach demselben Prinzip wie am Vortag: malen, Schweinchen, malen, Ball, malen und immer weiter so bis auch die zweite Seite fertig bemalt ist. Zum Abschluss darf Nicola wieder ans Keyboard. Nicola macht sehr gut mit. Ist natürlich auch alles sehr spannend und neu! Duane arbeitet währenddessen an seinem Delfin und hat sichtlich Spass daran! Immer wieder darf er auch bei Nicola mithelfen, wenn dieser irgendwo Mühe hat oder einen Übersetzer braucht. Nach dem Basteln im Klassenzimmer gehen wir rüber zu Jack, wo wir und einige andere Familien, zusätzlich eine Musiktherapie gebucht haben. Jack hat viele Musik- und Rhythmusinstrumente auf dem Tisch ausgebreitet. Er erklärt uns ihre Funktionen und Einsatzmöglichkeiten. Es bereitet uns Mühe ihm zu folgen, da ausschliesslich englisch gesprochen wird und wir schon müde und dadurch in unsere Aufnahmefähigkeit etwas eingeschränkt sind. Nicola schnappt sich den singenden und Gitarre spielenden  Frosch und trägt ihn die ganze Zeit mit sich herum. Gemeinsam basteln wir ein Regenrohr. Währenddessen erklärt uns Jack die Funktionen seines selbstgebauten Klangsessels. Jeder setzt sich einmal darauf. An der Rückenlehne sind Gitarrenseiten befestigt. Während man sitzt, streicht Jack über die Seiten und es vibriert wohlig am Rücken. Rechts aussen ist ein Xylofon links eine Trommel angebracht. Jedes der Instrumente erzeugt ein ganz eigenes Gefühl im Körper. Als die Stunde um ist, können wir etwas Entspannung brauchen. Daher entschliessen wir uns ans Pennekamp-Riff zu fahren. Einsam und verlassen liegt der Strand vor uns. Wunderschön! Wir waten zum Schwimmen ins Meer. Nicola und ich setzen uns danach an den Strand, während Duane und Markus am Riff draussen noch etwas schnorcheln. Nicki und ich bekommen Besuch von etlichen Tieren wie Eichhörnchen, Albatrossen und Ibissen. Wir bleiben still sitzen und beobachten sie. Duane kommt irgendwann ganz aufgeregt zu uns zurück und meldet uns, dass er einen kleinen Barracuda gesehen hat. Schnorcheln macht mega Spass, meint er! Wahrscheinlich haben wir nächstes Jahr einen Taucher mehr in der Familie!? Er möchte es unbedingt auch lernen. Im Auto schreien dann alle Hunger! Hunger!. Ok; also keine Dusche mehr, sondern so schnell wie möglich mit salziger Haut zum Essen fahren. Ich möchte heute aber nicht in einem „Kühlschrank“ essen, deshalb suchen wir ein Restaurant mit Terrasse. Wir finden das „Snook’s“, direkt am Meer gelegen. Wunderschöne Terrasse, Live-Musik und wenn nicht gerade eine Wolke da gewesen wäre, bestimmt auch einen grandiosen Sonnenuntergang! Apropos Wolken; hier in Florida regnet es jeden Tag einmal kurz und heftig! Nach dem Essen fahren wir müde aber zufrieden nach Hause und ab ins Bett. Das heisst nur meine drei Männer. Ich hole mir ein Glas Wein und mein Tagebuch und setze mich, wie jeden Abend, auf den Balkon um den Tag Revue passieren zu lassen. Und tschüss bis morgen.    


Mittwoch 18.07.07  

Heute Nacht wurden wir um 02.00 Uhr durch einen riesigen Knall unsanft aus dem Schlaf gerissen! Alle ausser Nicola, der tief und fest schläft, fallen fast aus dem Bett und gehen auf den Balkon. So ein Gewitter haben wir noch nie erlebt. Es muss genau über uns sein! Duane meint, da sind unsere Gewitter zu Hause ja ein schei….. dagegen! Nachdem sich das Unwetter etwas verzogen hat, gehen wir wieder ins Bett und schlafen bis etwa 08.00 Uhr. Nicola spielt heute den Wecker. Frisch geduscht und verpflegt fahren wir gegen 11.30 Uhr ins IDC (Island Delfin Care). Dort findet heute ein Barbecue statt, bei dem sich alle Familien treffen. Gemütlich sitzen wir draussen im Schatten. Peter grillt Hamburger und Hot-Dogs. Dazu gibt’s Nudeln diverse Getränke und danach frischen Fruchtsalat. Lecker! Jack spielt Gitarre, Nicola gesellt sich zu ihm und tanzt. Wir alle geniessen es und man hat Zeit für interessante Gespräche auch mit den anderen Familien. Nach einer Weile gehen wir zum Tastbecken. Ein grosses, etwa 20 cm tiefes Glasbecken, gefüllt mit Sand, Steinen und verschiedenem Getier. Sarah erklärt uns die vielen Tiere wie Seegurken, Lobster, div. Seesterne, Seeigel usw. Das Spezielle an der Sache ist; dass wir alle Tiere nicht nur anschauen, sondern auch in die Hände nehmen dürfen. Toll! Sarah gibt uns eine Seegurke und meint, wir sollen ihr einen Kuss geben, dann habe man sieben Jahre Glück. Wir überwinden uns und tun es. Wer kann schon auf sieben Jahre Glück verzichten? Jetzt ist es Zeit für Nicki mit Fiji wieder schwimmen zu gehen. Eli geht mit Nicola ins Becken und Duane hält von der Plattform die Beine ins Wasser. Fiji schwimmt jetzt  2-3 mal langsam zwischen den Beinen von Nicki und Duane hindurch. Alles wirkt so schön ruhig und entspannt. Jetzt folgen in etwa dieselben Spiele zwischen Nicola, Eli und Fiji wie die Tage davor. Was mir jedoch nach einer Weile auffällt ist, das Nicola sich nun nicht mehr von seiner Umgebung ablenken lässt, bzw. seine Aufmerksamkeit voll auf  Fiji und Eli richtet. Toll! Elena meint, das sei ihr auch aufgefallen. Zum Abschluss soll Fiji dem Duane ein Geschenk bringen. Er bekommt Seegras, das Fiji vom Grund holt. Duane hütet das Seegras wie einen Schatz! Nun werde ich von Eli gefragt, was ich von Fiji möchte. Auch ein Geschenk oder einen Kuss? Einen Kuss natürlich! Art erklärt mir, ich solle die Hände zusammen halten und flach auf die Wasseroberfläche legen. Fiji kommt angeschwommen, legt seinen Kopf in meine Hände und wartet auf einen Kuss, den ich ihm liebend gerne mitten auf seinen immer lächelnden Mund gebe.  So süss! Das Gefühl werde ich wohl nie vergessen! Zum Abschied zeigt uns Fiji noch drei riesige Luftsprünge und wie schnell er schwimmen kann! Tschüss Fiji, wir freuen uns schon darauf, dich morgen wieder zu sehen! Nach dem Duschen und einem Kaffee treffen wir uns wie üblich im Klassenraum. Auch hier läuft es im Wesentlichen gleich ab, wie die Tage davor. Kurze Malsequenzen gefolgt von den jeweiligen Pausen mit Schweinchen und Ball. Diesmal hat Eli zusätzlich noch ein Meteorligth (Lampe mit Lichtern, die bei Knopfdruck leuchten und sich drehen) mitgebracht. Zum Abschluss darf Nicki wieder ans Keyboard. Nach insgesamt etwa 15 Minuten wird Nicola langsam unruhig, möchte aufstehen und mit der Rennbahn spielen, die auf dem Boden steht. Eli fragt Nicola immer wieder, ob er jetzt mit dem Keyboard fertig ist, bis Nicola schlussentlich fertig sagt. Erst jetzt darf er frei spielen. Eli erklärt uns, dass er in Nicolas Therapie eine Struktur bringen will. Malen, immer mit kurzen Pausen (Schweinchen, Ball usw.) Dann das Keyboard und zum Schluss freies spielen. Er möchte so erreichen, dass Nicola versucht, seine Wünsche mit ja, nein, fertig usw. auszudrücken. Mal sehen wie sich das entwickelt. Nicola mag Eli und Elena auf jeden Fall gerne. Eine gute Voraussetzung!. Nach der Therapie fahren wir erst einmal zum Einkauf. Nicola braucht Taschentücher. Seine Nase läuft. Kein Wunder bei den extrem klimatisierten Räumen! Eigentlich wollten wir erst nach Hause in den Pool und hinterher zum Essen. Schlussentlich entscheiden wir uns auf dem Heimweg im Coffee-House etwas zu essen. Es ist ein kleines, kuscheliges Haus mit Rundum-Veranda, inmitten lauter Bäume. Draussen sind nur 2er-Tische frei. Deshalb gehen wir ins Innere und sind völlig überrascht, keinen „Kühlschrank“ sondern einen kleinen, gemütlichen Raum mit angenehmen Temperaturen anzutreffen. Etwa 6 Tische, eine kleine Theke, eine Küche und natürlich Romeo der Papagei. April, die nette Serviertochter liest uns jeden Wunsch von den Augen ab. Während wir auf unser Essen warten, setzt sich eine Familie an unseren Nebentisch. Plötzlich, was ist das? Wir verstehen jedes Wort, das am Nebentisch gesprochen wird. Schweizer! Man kommt schnell ins Gespräch. Eine richtige „Taucherfamilie“. Sie sind vom Westen Amerikas in den Süden gereist und verbringen hier in Key Largo ihre letzte Ferienwoche. Wir essen und plaudern noch eine Weile bis Nicola unruhig wird. Dann brechen wir auf. Zu Hause beschliessen wir noch eine kleine „Abkühlung“ im Pool zu suchen. Die Betonung liegt auf Suchen! Duane bekommt von Markus seine ersten Tauchinstruktionen, ich versuche mich im Schnorcheln und Nicki taucht und paddelt fröhlich zwischen uns hin und her. Kaum aus dem Wasser, „fressen“ uns die Moskitos fast auf. Also schnell ins Haus, es ist ohnehin Zeit für Bett!


Donnerstag 19.07.07 

Duane freut sich und ist ganz aufgeregt. Er darf heute auch mit Eli und Nicola zu Fiji ins Wasser. Er mag kaum frühstücken! Um sie etwas abzulenken, geht Markus heute Morgen mit den Jungs in den Pool bei unserem Hause. Während dessen mache ich den Haushalt und geniesse eine kühle Dusche. Um 13.30 Uhr geht’s dann zu Fiji. Eli, Nicola und Duane gehen ins Wasser. Die beiden Jungs legen sich auf den Rücken und Fiji schwimmt so an ihnen vorbei, dass ihre Füsse an seinem Körper entlang streichen. „Fiji’s Waschanlage“. Duane strahlt! Jetzt schiebt Fiji, Eli und Nicola ans andere Ende des Beckens. Duane muss sich nun auf den Rücken legen und Fiji schiebt auch ihn zu den Beiden hinüber. Der Delfin kehrt zurück zu Art, der auf der Plattform kniet. Dort gibt ihm Art die grosse Sprungstange und schickt ihn zu den drei Schimmern zurück. Das eine Ende der Stange muss nun Duane hoch halten, das andere Nicola und Eli. Fiji holt Anlauf und springt 2-3 mal über die Stange. Von den Wellen werden die drei sanft hoch und runter geschaukelt. Sieht toll aus! Nicola freut sich, dass Duane heute bei ihm im Wasser sein darf. Fiji bringt die Stange wieder zur Plattform zurück. Jetzt bekommt er von Art den Auftrag, die drei zurück zur Plattform zu bringen. Duane darf sich an Fiji’s Rückenflosse festhalten und wird gezogen. Fiji nimmt die Plastikente mit und schiebt die anderen beiden mit der Schnauze an der Ente zurück zu uns. Nicola und Duane spritzen jetzt mit Fiji um die Wette. Wer hat wohl gewonnen? Keine Chance  gegen Fiji! Therapeut Eli singt jetzt ein Lied und die drei drehen sich dazu im Kreis. Auch Fiji fängt an sich zu drehen. Eine richtige kleine Tanzshow mit Delfin! Duane darf noch einmal Supermann mit Fiji spielen. Er legt sich auf den Bauch und breitet die Arme aus. Fiji schiebt ihn nun an den Füssen zügig durchs Wasser. Sieht wirklich aus wie Supermann und Duane ist total Happy. „mega cool“ meint er! So, jetzt hat Fiji aber Feierabend und zum Abschied zeigt er uns wieder seine tollen Luftsprünge. Während dem Duschen meint Duane, dass er dieses Erlebnis in seinem ganzen Leben nie vergessen werde und dass er sich schon auf nächste Woche freut! Im Klassenraum malt und stempelt Duane dann ruhig und zufrieden an einem T-Shirt. Es wird wunderschön! Auch Nicki darf ein Shirt bemalen. Erst muss er  drei Wassertiere auf den Soff stempeln. Nach jedem Tier folgt wieder die kurze Pause mit Schweinchen, Ball oder neu einer Lars-DVD. Nachdem die drei Tiere auf dem Shirt aufgedruckt sind, wird das Shirt an einem Schrank befestigt und die beiden setzen sich auf den Boden davor. Eli hält Nicola zwei mit Farben gefüllte Flaschen zur Auswahl hin. Nicola wählt die Flasche mit der roten Farbe. Jetzt zielen die beiden mit der Flasche auf das T-Shirt und spritzen lange, feine Linien darauf. Das gefällt Nicola natürlich. Als auch noch Farbe auf seine und vor allem auf Eli’s Füsse tropft, kann er sich vom Lachen kaum mehr erholen! Schadenfreude ist halt doch die schönste Freude! Duane bearbeitet bereits die Rückseite seines Shirts. Obwohl malen nicht seine Lieblingsbeschäftigung ist, werkelt er mit sehr viel Eifer und Freude. Nicola bespritzt das Shirt noch mit zwei anderen Farben, jeweils mit den üblichen Pausen dazwischen. Zum Schluss noch kurz frei spielen. So, es ist jetzt schon 16.00 Uhr und somit z’Vieri-Zeit. Wir fahren ins Waffel-House, das an unserer täglichen Wegstrecke liegt. Komisch, wir sind die einzigen Gäste. Die Waffeln schmecken nicht schlecht, aber das Personal ist zum davonlaufen! Nächstes Mal essen wir lieber eine Banane zum Z’Vieri! Die Strassen und Läden Richtung Norden kennen wir langsam. Ein Grund einmal in die Gegenrichtung zu fahren. Ziel ist das Wildvogelrevier und die zugehörige Pflegestation. Ein schmaler Spazierweg führt mitten durch die Sumpflandschaft, vorbei an vielen Käfigen mit diversen Vögeln wie Pelikane, Reiher, Uhu’s, Adler, Geier, Kakadus usw. Diese Wildvögel sind alle auf die eine oder andere Art verletzt. Sie werden hier gesund gepflegt und nach Möglichkeit wieder in die Freiheit entlassen. Duane ist es anfangs in dieser Umgebung nicht sehr wohl. Er stampft wie wild auf dem Weg herum um allfällige Schlangen zu verscheuchen! Danach fahren wir noch eine Weile südwärts. Uns fällt auf, dass die Häuser, die Gärten, die Fahrzeuge usw. immer luxuriöser werden, je weiter man Richtung Key West fährt. Nach einer Weile machen wir einen U-Turn und fahren nach Hause. Nachdem wir ja schon die Waffeln gegessen haben, machen wir uns daheim lediglich noch ein paar Hot Dogs. Und schon bald ist es auch Zeit zum „pfusen“. Morgen darf ich mit Nicola zu Fiji ins Wasser. Mal sehen! Fiji ist halt doch ca. 2 Meter lang und eigentlich fürchte ich mich vor Tieren, die grösser sind als ich. Aber er ist ja so lieb! Nein ehrlich, ich bin mega gespannt und freue mich schon sehr auf die sicher einzigartige Begegnung!    


Freitag 20.07.07 

Heute gibt’s nur Schnellfrühstück, denn wir müssen bereits um 8.00 bei Delfin-Care sein. Dort angekommen, werden erst einmal die Schwimmwesten und -Flossen angepasst. Jetzt bekommen wir noch letzte Instruktionen und Verhaltensregeln, dann geht’s ab ins Wasser. Anfangs haben Nicola und ich noch ein paar Schwierigkeiten unsere ideale Schwimmhaltung zu finden, bis Elena uns die Nudel als Schwimmhilfe gibt. Nun klappt es bestens. Nicki durfte heute seine Taucherbrille mitnehmen. Er verbringt die meiste Zeit mit dem Kopf unter Wasser. So kann er die Delfine genau sehen. Sie schwimmen immer wieder nahe an uns heran. Die Verlockung sie anzufassen ist riesig. Doch beim freien Schwimmen ist das nicht erlaubt. Es müssen auch Flossen oder Socken getragen werden. Diese zeigen den Delfinen, dass jetzt freies schwimmen ist. Sind die Füsse der Schwimmer nackt, wissen die Delfine, dass therapiert und gespielt wird. Heute beim freien Schwimmen sind natürlich auch keine Trainer dabei. Es ist ungemein interessant und gibt Lust auf mehr. Die Möglichkeit bestünde nebenan bei Delfin-Plus, was jedoch sehr teuer ist. Nach dem Schwimmen gehen wir duschen. Danach werden die Familien und Praktikantinnen verabschiedet, die wieder nach Hause reisen. Auch Elena unser „Duden“ und liebe Freundin hat heute ihren letzten Tag bei Delfin-Care. Wir wünschen ihr alles  Liebe für die Zukunft, nehmen sie in den Arm und bedanken uns für ihre wertvolle Hilfe. Tschüüs! Jetzt fahren wir nach Hause um etwas Kleines zu essen. Da wir heute Nachmittag keine Therapie haben, nutzen wir die Chance und fahren nach Key West. Zwei  Stunden Fahrt, die sich gelohnt haben. Auf halbem Weg machen wir an der Honda-Beach halt. Wir haben gehört, dass dort der schönste Strand der Key`s ist. Wirklich! Wir finden dort endlich einmal Wasser, das ein „wenig“ kälter ist als die Luft. Aber ich denke, dass man bestimmt noch schönere Strände findet, wenn man Zeit zum suchen hat. Nach der „Abkühlung“ fahren wir weiter nach Süden. In Key West angekommen, gehen wir nach Oldtown. Das ist wirklich sehenswert! Alte, kleine Häuser im Colonial-Stil, alle mit Rundum-Veranda. Skurrile, lustige und bunte Menschen auf der Strasse und einen Laden nach dem anderen. Meine „Männer“ sind fast am verzweifeln, ausser Nicki, der auch gerne „lädelet“.

Viele witzige Bars und Pup’s mit Live-Musik oder irgendwelchen Contest’s. Als wir dann zum Pier hinuntergehen, ist es bereits 09.30 Uhr. Bevor wir nach Hause fahren, schauen wir noch einem Gaukler zu. Wenn wir je wieder auf die Key’s kommen, werden wir bestimmt 2-3 Tage Key West einplanen. Um 24.00 Uhr sind wir dann endlich zu Hause und fallen nur noch in die Betten. Aber wir können ja ausschlafen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag ist Delfin-Care geschlossen. Auch die Delfine haben am Wochenende frei. Gute Nacht! 


Montag 23.07.07 

Hallo! Heute starten wir in die zweite Woche. Wir freuen uns schon alle! Unsere Hoffnung, die Therapie auf den Morgen verlegen zu können, erfüllt sich nicht. Es hat zu viele Kinder, die einen Mittagsschlaf brauchen oder aus medizinischen Gründen nachmittags nicht teilnehmen können. Egal, Hauptsache wir dürfen zu den Delfinen. In dieser Woche tausche ich die Rolle mit Markus. Er darf diese Woche auf die Plattform und am Freitag zu den Delfinen ins Wasser. Ich mache von aussen Photos. Während der Schwimmtherapie führen Ingrid und ich viele interessante Gespräche. Sie und ihr Mann kommen aus Deutschland und leben schon seit 1991 in Key Largo. Sie ist bei Delfin-Care hauptsächlich für die deutsch sprechenden Gäste zuständig. Zwischen und während unseren Gesprächen mache ich Photos von meinen „Männern“. Apropos Männer; Duane sieht langsam aus, als ob er in eine Schlägerei geraten wäre. Er hat bereits drei seiner Wackelzähne verloren und der 4. kommt auch bald. Die Photos von ihm sehen immer lustiger aus. Nach dem Schwimmen wird im Klassenraum wieder gespielt und gebastelt. Anfangs macht Nicola gut mit. Doch im Laufe der Zeit  wird er müde, fängt an im Zimmer umher zu gehen und zu singen. Eli muss sich das Lachen verkneifen, damit er  von Nicola weiterhin ernst genommen wird. Zum Schluss spielt Nicola frei und wir reden noch eine Weile mit Eli, Ingrid und Beke. Beke ist unsere neue Praktikantin aus Deutschland. Eli erklärt uns, das solche Bastelarbeiten, wichtig für Nicolas Selbstwertgefühl sind. Das Gefühl etwas geschafft zu haben. Er sagt auch, dass es im Internet über die Hunterkinder viel interessantes zu lesen gibt und dass sich dieses Medium auch gut eignet, um mit anderen Eltern in Kontakt zu kommen. Wir erklären ihm, dass wir in der Schweiz bereits im Elternverein für MPS-Kinder sind und wir uns auch im Internet über das neue Medikament „Elaphrase“ informiert haben. Auch das wir diesem noch recht skeptisch gegenüber stehen, da für uns Nicolas Lebensqualität an erster Stelle steht. Er sagt, er würde uns gerne helfen in den amerikanischen Seiten nachzusehen, was für Erfahrungen in Amerika mit dem Medikament gemacht wurden. So lieb! Diese Leute hier bei Delfin-Care sind wirklich toll!

So, nun gönnen wir den Leuten aber ihren Feierabend, obwohl wir noch Stundenlang „quatschen“ könnten. Auf dem Nachhauseweg wollen  wir die Tauchstation suchen. Wir finden sie schnell und stossen per Zufall gleichzeitig auf einen kleinen Wasserpark. Die Kinder sind natürlich sofort dafür rein zu gehen. Ein Piratenschiff mitten im Kinderpool, von dem aus viele Rutschen, Wasserspiele und Netze ins Wasser gehen. Die Jungs sind Happy!


Dienstag 24.07.07

Als Markus um 07.00 Uhr zum Tauchen geht, weckt er mich. Ich schliesse hinter ihm die Türe ab und krieche nochmals unter die Bettdecke. Um 08.00 Uhr ist es dann endgültig vorbei mit Schlafen, die Jungs werden wach. Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir um 10.00 Uhr zum Pool. Wir sind fast alleine. Nach einer Weile lernen wir Aby und ihre Grosseltern kennen. Um 11.45 Uhr gehen wir nach Hause und kochen Spagetti. Markus kommt um 12.45 Uhr von seinem Tauchgang zurück. Er schwärmt vom Fracktauchen und von einem Riesenzackenbarsch den er gesehen hat. Gestern haben wir die Schwimmweste mit nach Hause genommen um mit Nicola zu üben. Wir hoffen, dass er dadurch mehr Sicherheit bekommt, bzw. dass er sich dann nicht mehr so fest an seinen Therapeuten Eli klammert. Dass Üben hat viel gebracht, heute klappt es sichtlich besser. Eli wird nicht mehr so oft unter Wasser gedrückt. Nicola geniesst es sichtlich mit Fiji zu schwimmen und zu spielen. Heute darf auch Markus sich von Fiji zwei Küsse abholen. Ich beobachte und filme die drei und unterhalte mich mit Ingrid. Es ist mega interessant Ingrid zuzuhören und etwas mehr über Delfin-Care und ihre Arbeit zu erfahren. Nach dem Duschen geht es wieder ins Klassenzimmer. Eli hatte in der Nacht eine Idee. Er bringt eine Fertigmischung für Brownies mit und erklärt, dass beim morgigen Barbecue mit einem Kind Geburtstag gefeiert wird. Für diesen Anlass darf  Nicola einen Kuchen backen. Eli muss tüchtig aufpassen, dass der Teig auch wirklich in der Schüssel bleibt. Abwechselnd wird Teig gerührt, gepinselt, T-Shirt bespritzt und mit dem Schweinchen oder dem Ball gespielt. Zum Schluss ist der Kuchen fertig und Nicola sehr stolz auf sein Werk. So jetzt gehen wir einkaufen. Erst Lebensmittel und dann in den Schuhladen nebenan, um für Nicola „Crocs“ (Plastikschuhe) zu kaufen. Leider finden wir seine Grösse, wie so oft, nicht. Markus und Duane werden beide fündig.. Duane bekommt für den Rest der Ferien Schuhkaufverbot. Er hat bereits vier Paare bekommen, seit wir hier sind. Nach dem Abendessen zu Hause machen Nicola, Duane und ich einen kleinen Verdauungsspaziergang auf dem „Goastway“. Wir haben ihn so getauft, weil er von unserer Unterkunft mitten durch einen kleinen „Dschungel“  bis zum Meer führt und es Duane darin nicht sehr wohl ist. Er macht ein paar Photos, die wir zu Hause dann Markus zeigen. So und jetzt ist es Zeit für ins Bett. Gute Nacht.   


Mittwoch 25.07.07  

Heute wird Nicola schon um 07.30 Uhr wach. Wir Beide stehen auf und lassen die anderen Zwei noch bis 09.00 Uhr „pfusen“. Dann gibt’s Frühstück. Heute ist ja schon Mittwoch, die Tage vergehen wie im Flug. Nur noch zwei Tage, dann ist die Zeit mit Fiji, Eli und all den anderen lieben Menschen zu Ende. Tja, nichts ist für die Ewigkeit! Wir fahren zum Barbecue. Es sind einige neue Familien dazu gekommen, darunter auch eine aus Deutschland. Es wird wieder richtig gemütlich. Danach gehen wir für kurze Zeit zum Tast-Becken und dann ins Haus. Im Freien ist es heute mega heiss. Nach einer kurzen Abkühlung im klimatisierten Haus wollen wir nach nebenan zu Delfin-Plus. Ingrid hat uns nämlich erzählt, dass dort ein Delfin schwanger sei und dass das Baby jederzeit auf die Welt kommen könnte. Und wirklich, wir sehen die Delfindame mit riesigem Bauch schwerfällig im Wasser herumschwimmen. Schön wäre es, wenn wir das Baby noch sehen könnten! So jetzt ist wieder schwimmen mit Fiji angesagt. Also Badehose und Schwimmweste anziehen. Duane wünscht sich heute unbedingt einen Kuss von Fiji, was er Eli auch sagt. Im Wasser wird Duane von Eli gefragt, ob er nicht nur heute sondern auch morgen einen Kuss von Fiji haben will. Duane strahlt und meint „na klar“ und küsst den süssen Delfin. Es werden die üblichen Spiele mit Fiji gemacht. Eli lässt Nicola jetzt auch bewusst oft alleine schwimmen. Ingrid und ich stehen draussen und sehen zu. Heute beobachte ich insbesondere den Delfintrainer Art im Umgang mit  seinem Delfin Fiji. Es ist unglaublich was für eine wundervolle Beziehung die beiden zueinander haben! Auch all die anderen Trainer machen ihre Arbeit toll und sind wirklich gut in ihrem Job. Doch Art und Fiji strahlen eine ganz besondere Innigkeit aus! Ich erwähne es Ingrid gegenüber und sie bestätigt mir meine Beobachtung. Art sei auch immer dabei, wenn irgendwo einem gestrandeten oder verletzten Delfin geholfen werden muss. Er hat irgendwie eine spezielle Begabung im Umgang mit diesen Tieren. Im hinteren Teil der Anlage wurde gestern ein grosser Pool aufgestellt. Ingrid erklärt mir, dass kürzlich ein verirrter Delfin gefunden wurde, der blind ist. Jetzt wird er erst mal in das Becken gebracht um sich an die anderen Delfine zu gewöhnen. So nun aber ab ins Klassenzimmer. Dort werden zum grossen Spass von Nicola, Handabdrücke auf einem Karton gemacht. Erst ist Papi dran. Nicola pinselt ihm viel Farbe auf die Hand und drückt sie dann auf den Karton. Danach ist Duane und ich und zum Schluss Nicola selbst an der Reihe, immer wieder mit den üblichen kurzen Verschnaufpausen dazwischen. Nicola ist nun sichtlich müde. Markus geht mit den Jungs nach draussen. Eli, Ingrid und ich setzen uns noch an den Computer um nachzusehen, ob es in Amerika mehr Informationen über das neue Medikament „Elaphrase“ gibt. Wir durchforsten die Seiten, aber alles was die beiden mir übersetzt haben, wusste ich schon von meinen eigenen Recherchen. Aber es war so lieb, dass sie sich die Zeit dafür genommen haben! Plötzlich steht Ingrid auf und geht zum Fenster! Der blinde Delfin wird eben gebracht! Wir gehen ins Freie und sehen zu. Spannend! Nach einer Weile verabschieden wir uns und fahren zum Schwimmen ans Meer. Um 19.00Uhr sind wir wieder zu Hause. Ich mache das Abendessen, während Markus die Kinder zum „Sprudeln“ in die Wanne setzt. Das war ein Spass! Wir haben versehentlich  Schaumbad in die Wanne getan. Es schäumte wie verrückt. Die Jungs finden es toll. So, jetzt aber raus aus der Wanne, Essen, ein paar Ohrentropfen zu Prophylaxe und dann ab ins Bett! Duane macht zwar ein paar „Zicken“ aber er muss morgen fit sein. Schliesslich darf er mit zu Fiji ins Wasser. Und Tschüss!   



Donnerstag 26.07.07

Markus steht mit Nicola um 07.30 Uhr auf und ich schlafe mal wieder aus. Um 10.00 Uhr weckt mich Duane. Das Frühstück ist zu dieser Zeit bereits auf dem Tisch. Nach dem Essen gehen wir den Tag locker an und nehmen es gemütlich bis Mittag. Dann geht’s ab zu Fiji! Duane freut sich schon mega. Er darf ja heute mit ins Delfinbecken. Während der Spiele mit Fiji konzentriert sich Nicola voll auf Eli und den Delfin. Er findet es natürlich super, dass Duane heute auch dabei sein darf. Duane wird heute wieder pfeilschnell von Fiji an den Füssen  durchs Wasser geschoben! Er grinst und meint das sei cool! Fast zum Schluss ruft mich Eli auch auf die Plattform und ich bekomme einen mega langen Abschiedskuss von Fiji. Das tut der Seele gut! Danach zum duschen und zum letzten Mal in den Klassenraum. Duane muss heute noch seinen Delfin fertig kleben. Eli, Beke und Nicola basteln am Karton mit den Handabdrücken und Photos. Ich helfe Duane und Markus filmt das Ganze. Um 16.00 Uhr verlassen wir den Klassenraum.Nun haben wir alle langsam Hunger und gehen mal wieder auf eine Pizza in den „Tower“. Um 22.00 Uhr beschliessen wir den Tag und fallen todmüde ins Bett. „Schnarch, schnarch“!   



Freitag 27.07.07 

Guten morgen! Es ist 06.30 Uhr und mein Wecker klingelt. Noch schnell einen Kaffee und dann auf zum Weckdienst. Um 08.00 Uhr geht’s zu Fiji. Heute darf  Markus mit Nicola zu Fiji ins Wasser. Duane, Ingrid und ich schauen ihnen vom Rand aus zu. Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl im Bauch, wenn ich daran denke, dass heute unser letzter Tag mit Fiji und all den vielen, lieb gewonnenen Menschen sein soll. Ist schon seltsam, wie schnell man sich hier zu Hause fühlt. Markus und Nicki schwimmen nach ein paar Anlaufschwierigkeiten gelassen im Becken umher und halten nach den Delfinen Ausschau. Von aussen sehe ich viel besser als die Beiden, wo Fiji und seine Freunde sind. Im Wasser bemerkt man sie eigentlich erst, wenn sie schon fast wieder an einem vorbeigeschwommen sind. Nach einer Weile nimmt Eli Nicola zu sich, damit Markus einen Moment alleine mit den Delfinen schwimmen und tauchen kann. Danach geht’s zum Duschen und dann treffen wir uns alle zum Abschied nehmen in der Eingangshalle. Komisch, es ist ein sehr schwerer Abschied, trotz der kurzen Zeit, die wir hier waren. Es fällt mir schwer, schon „tschüss“ zu sagen! Wie zur Ablenkung kaufen wir noch ein paar Souvenirs, nehmen dann alle nacheinander in den Arm und jetzt nichts wie raus hier, ich habe einen dicken Kloss im Hals. Ich glaube auch Deena (Chefin) ist es so ergangen. Sie hat sich nämlich schon früh von uns verabschiedet, uns gebeten die Familie Thommen (Delfinkinder.ch-Familie) herzlich zu grüssen und wurde dann nicht mehr gesehen. So, jetzt brauche ich dringend einen richtigen „2 Short-Expresso“! Wir fahren ins Coffee-House zum „Breakfast“. Unsere zwei wundervollen Wochen, gemeinsam mit den Delfinen und den vielen lieben Menschen, die wir so schnell ins Herz geschlossen haben, sind nun vorbei. Schade!

 Nach ein paar Wochen zu Hause  

Wir haben unseren Jet-Lage überwunden, die Schule hat wieder angefangen und der Alltag ist wieder eingekehrt. Wir hatten schon, nach etwa einer Woche, das Gefühl Nicola sei etwas ruhiger und zufriedener geworden, haben es jedoch immer noch auf den Flugstress geschoben. Doch auch nach der zweiten Woche blieb es so. Als uns dann auch unsere Nachbarn, Bekannten und Verwandten darauf ansprachen, mussten wir glauben dass dies die Therapie bewirkt hatte. Ebenfalls um einiges besser ist auch sein Sprachgefühl geworden. Nicola gebraucht wieder Wörter die er schon Monate zuvor nicht mehr sagen konnte. Auch braucht er nicht mehr so lange nach den richtigen Worten zu suchen und bringt sie fast mühelos über die Lippen. Auf Fragen die wir ihm stellen gibt er heute viel eher Antwort, als das vor der Therapie der Fall war. Auch in der Schule wurden, von seinen Lehrern und Betreuern, diese Beobachtungen unabhängig von uns gemacht. Wir hoffen nun dass diese Erfolge noch sehr, sehr lange anhalten und arbeiten natürlich, zusammen mit seiner tollen Schule, auch daran sie zu erhalten.

So, ich hoffe das lesen meines Berichtes war nicht all zu anstrengend und in etwa verständlich.

Nun grüsse ich Euch alle Herzlich und Danke für Ihr Interesse an unserer Familie!

Alles Liebe

Jacqueline Hauser

 

 

 

 

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Stand: 22. November 2008